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Drohung ohne Konsequenzen?  – Ein Monsterball des eliminatorischen, israelbezogenen Judenhasses auf der Berliner Weltbühne 

Transparenzhinweis: Der Urheber dieser Zeilen ist Aktivist, kein Journalist. „Aktionspoet und Kommunikationsartist“ nannte ihn, aufgrund seines unvergleichlichen Tanzstils, ein damals führender Kulturchef. Der ist heute rechts. Ich bin es nicht. Ich bin auf der Suche nach den Zusammenhängen und ich ringe um Verständnis für alles mögliche und Mögliche…

Auf offener Bühne, das teuerste Filmfestival der Welt verabschiedet sich bis ins kommende Jahr, droht ein Filmregisseur allen, oder „nur“ den Anwesenden? An jeden erinnern will er sich im Pluralis Majestatis: Diejenigen, die auf seiner Seite stehen und diejenigen auf der anderen.

Das folkloristische Geschirrtuch, aka. Palituch das er an diesem Abend nicht als einziger trägt, liegt so sorgfältig im Dreieck auf seiner rechten Schulter, dass es die Silhouette seiner Heimat suggeriert: Ein Land, eines nicht zwei, in dem es kein Israel mehr gibt – from the river to the sea..!

Über diesen Mann muss gesprochen werden: Abdallah Alkhatib Weiterlesen

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Die Sechziger: Panorama eines Jahrzehnts wie kein anderes (2/3)

Kein Jahrzehnt gleicht dem anderen – geschenkt. Doch die Sechziger markieren mehr als nur eine weitere Etappe der Nachkriegsgeschichte. In dieser – gemessen an einem Menschenleben – kurzen Epoche ballen sich politische Umbrüche, gesellschaftliche Aufbrüche und technologische Neuerungen in einem Ausmaß, gegen das spätere Dekaden fast verblassen. Einige dieser damaligen Geschehnisse habe ich aus der Erinnerung wiederbelebt, aktuell nachrecherchiert und auf ihren Kern verdichtet. Die Schilderungen stammen aus der Perspektive eines in Bonn lebenden Westdeutschen; für diese Einseitigkeit bitte ich Ostdeutsche um Nachsicht. Nun denn – ein Jahrzehnt wird besichtigt, stilistisch inspiriert durch Florian Illies, der dieses Genre erdacht hat.

≡≡≡ 1963 ≡≡≡

Hunderttausende sind in Deutschland Ende Juni auf den Beinen, um einen Mann zu sehen: den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy auf Deutschland-Visite. Das Land befindet sich in einer Art Ausnahmezustand. Fernsehen und Radio berichten tagelang live von Kennedys Besuch. Überall ist Kennedy das Thema Nummer eins. Der Höhepunkt seines Besuchs ist zweifellos die Rede vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin. Rund 400.000 Berliner versammeln sich am 26. Juni 1963, um Kennedy zu sehen und – wichtiger noch – um ihn zu hören. Dabei kann er den Berlinern nur eines bieten: das Versprechen, dass die USA fest zu West-Berlin stehen. Seine Zusicherung besiegelt er mit einem Vergleich aus der Antike. So wie vor zweitausend Jahren der Satz „Ich bin ein Bürger Roms“ überall im Römischen Reich die Bürgerrechte garantierte, so gelte in der freien Welt sinngemäß nun der Satz: „Ich bin ein Berliner“. Der Jubel der Berliner nimmt keine Grenzen. Nie wieder erlebt ein Staatsgast in Deutschland eine derart überwältigende Zuneigung seines Gastlandes.

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Immer noch herrscht 1963 in den USA zum Teil strikte Rassentrennung. Weiterlesen

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Berlin braucht viel, aber keinen Aktionstag gegen sogenannte „Islamophobie“!

Foto: Offizielles Foto zum Demoaufruf von Frauenheldinnen e.V.

Ein offener Brief von Eva Quistorp, MdEP a.D.,Theologin, Germanistin, Politologin, Beraterin des Weltzukunftsrates, Preisträgerin des Blauen Bären von Berlin, an Kai Wegner, den Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Vorab: 

Der unten stehende offene Brief erscheint angesichts der Aufstände gegen das Mullahregime im Iran und die Exildebatten hier dazu und nun auch insbesondere angesichts des Militärschlags Israels und der USA gegen das islamofaschistische Mullahregime. Auch ergeht er angesichts der Überdosis BDS und Gazadebatten und offenen Briefe der Kultur- und Berlinale-Szene, die kein Wort zu den Massakern, zum Hunger von MiIlionen und zu den Steinigungen im Sudan sagt.

Ich habe diesen Brief bereits am 18. Dezember verfasst, als ich an den islamistischen Terroranschlag gegen den Weihnachtsmarkt und die Gedächtniskirche mit 120 Opfern und deren Angehörige erinnern wollte. Und weil ich mich deshalb besonders über den geplanten „Aktionstag in Berlin“ Gegen islamfeindlichkeit geärgert habe.

Dieser wird auf der Google-KI wie folgt beschrieben:

„Der Berliner Senat plant für den 15. März 2026 erstmals einen offiziellen Aktionstag gegen Islamfeindlichkeit, um auf Übergriffe gegen Muslime aufmerksam zu machen. Der Tag erinnert an das Attentat in Christchurch 2019. Dies ist umstritten, da Kritiker eine Täter-Opfer-Umkehr angesichts anderer Sicherheitslagen befürchten.“

Ja, das ist zu Recht umstritten, ganz besonders in einer Zeit, in der der islamistische Terror im Iran und Afghanistan und auch in Frankreich, Algerien und im Sudan weiterhin tobt.

Zu viel wohlgemeinte religiöse Toleranz gegenüber dem Islamismus durch die Politik und NGOs Weiterlesen

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Die Stasi wars !!!

20 % aller 65-Jährigen entwickeln eine Altersdepression. In Pflegeheimen steigt die Quote auf 40 %.

Neurologen und Psychiater nennen die Ursachen: Verluste und weitere Verlustängste. Und die Aussicht, sterben zu müssen, ist nicht die rosigste Zukunftsperspektive.

Allerdings:

Das Bundesjustizministerium bastelt gerade an einer Verordnung:

War der depressive alte Mensch vor 35 oder mehr Jahren in der DDR auch nur 30 Tage zu Unrecht in Haft, war’s die Stasi, die das verbrochen hat.

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Aus meinem Songbuch (6): Back on the Road / Rehbraune Augen

Regio TV, Screenshot: Alan Posener

Diesen Song habe ich 1987 mit Klaus Kluge geschrieben. In der Begleitung ist der Einfluss von Stings „Every Breath You Take“ (1983) unüberhörbar, fast schon aufdringlich; doch die Melodie von Klaus Kluge und seine beiden Soli finde ich immer noch schön. Das Double-Tracking auf der Stimme klingt heute etwas altmodisch, stört aber nicht; für mich waren Songs wie dieser, die wir in der Spätphase der „Berlin Blues Band“ aufnahmen, auch deshalb schön, weil ich nicht mit einer Fake-Blues-Stimme, sondern einfach mit meiner Stimme singen konnte.

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Das Märchen vom großen Klaus und vom kleinen Klaus

… oder: vom Vermögen in West- und Ostdeutschland

Kennen Sie Hans Christian Andersens Märchen vom großen Klaus und vom kleinen Klaus? Also das geht so:

In einem Dorf lebte einmal ein Klaus, der hatte drei Pferde. Der große Klaus wurde er genannt. Und es lebte noch ein Klaus im Dorf, der hatte nur ein Pferd. Und hieß deshalb der kleine Klaus.

Montag bis Samstag lieh der kleine Klaus dem großen Klaus sein eines Pferd. Und Sonntags lieh der große Klaus dem kleinen Klaus seine drei Pferde.

Die spannte der kleine Klaus mit seinem eigenen Pferd vor seinen Wagen und rief: „Hü, alle meine vier Pferde!“

Was den großen Klaus erzürnte denn es waren ja seine Pferde und er schlug das eine Pferd des kleinen Klaus tot…

Bild oben: Der große und der kleine Klaus, Alfred Walter Bayes, 1895, aus Wikipedia

Ach, lesen Sie doch die Geschichte im Netz zu Ende.

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Emanzipation und Verfolgung. Besuch im jüdischen Rothenburg

Mal wieder nach Rothenburg ob der Tauber. Mal wieder, jetzt im späten Winter, einen Gang durch diese Gassen, einen Gang durch Raum und Zeit. Jetzt ist hier noch alles recht ruhig – der Blick hat Zeit, zu verweilen. Von der Stadtmauer aus betrachtet, öffnet sich die Sicht auf das Taubertal wie eine gemalte Landschaft der Romantik.

Diesmal sind wir hier, um insbesondere die jüdische Geschichte der Stadt zu entdecken, der Stadt, deren Name bis heute in der Welt Klang hat. „Die Stadt als Ganzes ist Denkmal“, hat der Kunsthistoriker Georg Dehio schon im Jahr 1908 über Rothenburg geschrieben. Rothenburg, das sei schlichtweg die „Lieblingsstadt der Welt“, so drückte es Herbert Schindler in seinem Buch über die Romantische Straße aus, an der Rothenburg liegt.

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Kaputt in Hollywood – eine Hommage an Marvin Gaye und den Soul

PR Photo of Marvin Gaye taken by Jim Britt in 1973, during recording sessions for the album „Let’s Get It On“ at the Hitsville West Studio in Los Angeles

Es ist noch nicht richtig Frühling. Deshalb warmer Soul und heißer Funk mit Marvin Gaye. Das verlorene Album Marvin Gayes „You’re the Man“ als Einstieg in eine himmlische Stimme, deren Leben mitunter die reine Hölle war. Alle Gegensätze vereinen sich zu einer Tragödie shakespeareschen Ausmaßes. Aber lest und hört nur selbst.

Das 2019 posthum veröffentlichte Album „You’re The Man“ ist mehr als ein Archivfund. Es ist ein Dokument. Ein Einstieg in eine Stimme von beinahe überirdischer Sanftheit – und in ein Leben, das von Beginn an unter Hochspannung stand.

Als Marvin Gaye 1972 den Song „You’re The Man“ veröffentlichte, formulierte er einen offenen Brief an den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Der Ton: geschmeidig. Der Vorwurf: scharf. Egomanie, Rassismus, Demagogie, Lüge. Gemeint war Richard Nixon. Die Parallelen zu Gegenwart und dem jetzigen Amtsinhaber des Grauens drängen sich auf.

Doch der Zorn war damals konkret. Viele Afroamerikaner hatten genug vom rechtsnationalen Kurs des Amtsinhabers. Gaye antwortete nicht mit Parolen, sondern mit Groove. Weiterlesen

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Die Sechziger: Panorama eines Jahrzehnts wie kein anderes (1/3)

Foto: KI basierend auf Eingaben von Wolfgang Schäfer

Kein Jahrzehnt gleicht dem anderen – geschenkt. Doch die Sechziger markieren mehr als nur eine weitere Etappe der Nachkriegsgeschichte. In dieser – gemessen an einem Menschenleben – kurzen Epoche ballen sich politische Umbrüche, gesellschaftliche Aufbrüche und technologische Neuerungen in einem Ausmaß, gegen das spätere Dekaden fast verblassen. Einige dieser damaligen Geschehnisse habe ich aus der Erinnerung wiederbelebt, aktuell nachrecherchiert und auf ihren Kern verdichtet. Die Schilderungen stammen aus der Perspektive eines in Bonn lebenden Westdeutschen; für diese Einseitigkeit bitte ich Ostdeutsche um Nachsicht. Nun denn – ein Jahrzehnt wird besichtigt, stilistisch inspiriert durch Florian Illies, der dieses Genre erdacht hat.

 ≡≡≡ 1960 ≡≡≡

Neujahrstag 1960. Das zweite Nachkriegsjahrzehnt beginnt. Weiterlesen

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Bericht von der Toteninsel

Kennen Sie Arnold Böcklins „Die Toteninsel“ ? Das wären diese Gemälde hier …

Das unten stehende Werk ist ein Zitat dieser Bilder.

Foto oben: „Die Toteninsel“, fotografiert von Bodo Walther

Erkennen Sie das Stadtwappen am Landungssteg? Es ist das Wappen Halles an der Saale: Zwei Salzkristalle, jeweils oberhalb und unterhalb einer Salzsiedepfanne. Und die vier Kirchtürme auf der Insel sind die der Marktkirche Unserer Lieben Frauen in der Stadt.

Gemalt ist es 2012 von Ralph Penz und derzeit ist es in der Kunsthalle in der Talstraße in Halle zu sehen,

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Jana Hensel, die AfD und die späte Rache des Ostens

Illustration „Der deutsche Umbruch“ von Reinhard W. Buchta. Foto: Alan Posener

Kann es sein, dass die AfD die späte Rache des Ostens ist? Die Quittung für unerwiderte Liebe? Die These vertritt der Ex-IM und Verleger Holger Friedrich in einem lesenswerten Interview in der WELT: „Es geht um Respekt und Würde. Wenn der Bundespräsident einmal sagen würde, dass vieles falsch gelaufen ist in der Nachwendezeit und dass man viele Ostdeutsche ungerecht behandelt hat, auch Funktionsträger, die beim Zusammenschluss positiv gewirkt haben – wenn er das öffentlich anerkennen würde, würde das wahrscheinlich mehr zur Eindämmung der AfD beitragen als alles andere.“

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