Die in jüngster Zeit wiederentdeckte Künstlerin Edith Hultzsch (1908–2006) widmete sich der Darstellung des Augenblicks in Sport, Tanz und Stierkampf. Sie studierte bei Emil Orlik und Hans Meid in Berlin und arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf als Künstlerin und Dozentin. Internationale Anerkennung erhielt sie vor allem für ihre expressiven Stierkampfdarstellungen. 1981 gewann sie als erste nichtspanische Künstlerin den Plakatwettbewerb der Fiesta Sanfermin in Pamplona.
Wie das Völkerrecht zum Instrument geopolitischer Einflussnahme wird

Kyjiw sowie Direktor des Instituts für Weltpolitik Foto: privat
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) befindet sich seit Jahren in einer tiefen Vertrauenskrise. Spätestens seit dem Haftbefehl gegen Israels Ministerpräsidenten Netanjahu wird die politische Neutralität des Gerichts in Frage gestellt. Nun gerät eine weitere Schlüsselfigur des Gerichtshofs in den Mittelpunkt eines Skandals. Gastbeitrag von Jewhen Mahda, Direktor des Instituts für Weltpolitik in Kyjiw.
Neue Audio- und Videoaufnahmen des ehemaligen Chefanklägers des IStGH, Luis Moreno Ocampo, werfen schwerwiegende Fragen nach der politischen Instrumentalisierung des internationalen Strafrechts auf. Die Mitschnitte legen nahe, dass juristische Bewertungen, Menschenrechtsrhetorik und sogar der Vorwurf des Völkermordes Teil einer politischen Einflusskampagne geworden sein könnten. Nach den vorliegenden Informationen soll diese Kampagne mit russischen Interessen verknüpft gewesen sein und sich gegen die prowestliche Regierung Armeniens gerichtet haben. Weiterlesen
Eine mediterrane Moderne: Bettina Heinen-Ayech
Die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nationale Meistererzählungen werden zunehmend durch transnationale und transkulturelle Perspektiven ergänzt. Im Mittelpunkt dieses Paradigmenwechsels stehen Künstlerpersönlichkeiten, deren Werk nicht innerhalb einer einzigen kulturellen Tradition verortet werden kann, sondern an den Schnittstellen unterschiedlicher kultureller Räume entstanden ist.
Zu diesen Künstlerinnen gehört auch Bettina Heinen-Ayech. Ihr Werk eröffnet einen außergewöhnlichen Dialog zwischen Deutschland, Frankreich und Algerien, zwischen europäischer Moderne und mediterraner, nordafrikanischer Kultur. In dieser Perspektive erscheint sie als eine bedeutende Vermittlerfigur.
Über Unter-Haltung, Übergriff und Unterscheidung
Wörterwahl, Wortwahl, Sprache – eine exklusiv menschliche Konstruktionsoption: »Farben und Klänge gibt es in der Natur, Worte nicht« (Benn). Mit ihr kann Mensch dem allsinnlichen Zufall einen Strich durch die nie zu begleichende Rechnung machen.
Sprache ermöglicht, dass Menschen kommunizieren – stets eingedenk des Missverstandenwerdens. Unmissverständlich ist hingegen ein Wort, ein Begriff, der jedem Deutschsprachigen bekannt ist. Weiterlesen
Rock im Schatten der Shoa

Wie Malka und Moshe Weinrib den Holocaust überlebten. Und welche Lehre ihr Sohn, der kanadische Rockstar Geddy Lee, daraus zieht.
„Ihr kennt mich wahrscheinlich als Geddy Lee, aber mein Geburtsname war Gershon Eliezer Weinrib, nach meinem Großvater mütterlicherseits, der im Holocaust ermordet wurde“. Nicht die Worte, mit denen üblicherweise eine Rockstar-Autobiographie beginnt. Geddy Lee, 1953 geborener Bassist und Leadsänger der größten Band Kanadas, der Progressiv-Rocker Rush, hat die Geschichte seiner Familie in seiner 2023 erschienen Autobiographie „My Effin’ Life“ erzählt.
Eine Geschichte, die für sein Leben und Handeln prägend war und ist. „Ich habe das Gefühl, wir leben in einer Zeit, die offenbar vergessen hat, was passieren kann und auch wird, wenn der Faschismus sein Haupt erhebt“, schreibt er vor dem Hintergrund des Schicksals seiner Familie, einer Familie polnischer Juden. Weiterlesen
Rentenpopulismus

Drei CDU-Ost-Ministerpräsidenten machen Front gegen das Vorhaben der eigenen Partei, die unsinnige, Milliarden teure SPD-Rente mit 63 abzuschaffen, und torpedieren damit ein Kernstück der schwarz-roten Sozialreformen. SPD-Politiker schließen sich freudig an. Ein Musterbeispiel für politische Blindheit.
Sorgen um die eigene Altersversorgung müssen sich Sven Schulze, Michael Kretschmer und Mario Voigt nicht machen. Wenn Schulze im September als Kurzzeit-Regierungschef in Sachsen-Anhalt abgewählt werden sollte, kann der CDU-Politiker Landtagsabgeordneter bleiben oder sich einen lukrativen Job in der Privatwirtschaft suchen. Mit 47 Jahren ist er wie seine Kollegen in Sachsen und Thüringen relativ jung. Später werden die drei wie andere Ex-Politiker einen üppigen Alterssold bekommen, ohne je einen Cent dafür bisher als Beitrag gezahlt zu haben. Weiterlesen
Coitus Intertrumpus

Melania Trump tut mir leid. Wenn er sie im Bett genauso behandelt wie die Welt – sowohl militärisch als auch wirtschaftlich –, muss sie ein höllisches Eheleben führen. Es besteht eindeutig eine Riesenkluft zwischen dem, was er sagt, verspricht und androht, und dem, was er tut – er zieht sich immer in letzter Minute zurück, vielleicht sogar erst nach der letzten Minute, manchmal sogar erst, nachdem bereits mehr als ein paar Tropfen Blut vergossen wurden.
Wenn man sich die Weltkarte ansieht, scheinen Meerengen, die “Straits“, ein echtes Problem für Männer ab einem bestimmten Alter darzustellen. Vielleicht sollte er lieber das Prostata-Department als das State Department mit der Angelegenheit betrauen. Weiterlesen
From the Desert to the Sea: Spaniens Heuchelei

Es ist kein Grund zum Lachen, wenn Tausende verzweifelter Menschen ein besseres Leben suchen und Dutzende dabei ums Leben kommen. Daher mag dieser Beitrag ironisch oder sarkastisch klingen, doch soll es nicht auf Kosten der Opfer gehen.
Vielmehr soll er jene ignoranten und heuchlerischen europäischen Politiker entlarven, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten Israel unaufhörlich dafür kritisiert haben, wie es versucht hat, mit nahezu unlösbaren Problemen fertig zu werden – mit Nachbarn, die immer wieder versuchen, die Grenzen zu überqueren und ins Land zu gelangen, sei es friedlich oder auf andere Weise.
60.000 oder mehr junge Marokkaner (oder zumindest Afrikaner, die sich in Marokko aufhielten) haben diesen Versuch in den vergangenen Tagen unternommen. Die Reaktion des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez – Sie wissen schon, derjenige, der immer wieder zum Boykott des „kolonialistischen Israels“ aufruft – bestand darin, bewaffnete Truppen zur Unterstützung der lokalen Kräfte zu entsenden und so viele von ihnen wie möglich zurückzudrängen. Weiterlesen
Demografie als Waffe

Das Bevölkerungswachstum in der islamischen Welt bedroht zusammen mit der Empathie im Westen die europäische Zivilisation.
Kürzlich schrieb ich in einem Kommentar: Als Israel Gaza 2005 räumte und den Menschen dort die Möglichkeit gab, ihr Gebiet nach Belieben zu gestalten, lebten dort 900.000 Araber. 18 Jahre später, kurz bevor Gaza-Terroristen am 7. Oktober 2023 israelische Zivilisten massakrierten, verkündeten ihre Statistiken eine Bevölkerungszahl von 2,2 Millionen. Niemand konnte erklären, wie sich die Bevölkerung dort so schnell derart vermehren konnte. Nach meiner Veröffentlichung meldeten sich sofort einige Bosnier zu Wort, die mich des Faschismus bezichtigten. Ihrer Meinung nach ist schon die Frage, wie viele Kinder wo geboren werden, ein Verbrechen. Weiterlesen
Keine Schonung für einen gewaltbereiten Islam

Die Behauptung, islamistischer Terror wie beim Anschlag auf den Berliner CSD habe nichts mit der Religion zu tun, führt in die Irre. Wir Muslime müssen uns damit auseinandersetzen, warum die gewaltverherrlichende Interpretation des Islam besonders für junge muslimische Männer so attraktiv ist.
Der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş scheint übersinnliche Kräfte zu haben und zu meinen, mehr als andere über den Mann zu wissen, der das Attentat auf den Berliner Christopher Street Day verübt hat. Anders kann ich mir nicht erklären, warum Ali Mete auf seiner Facebook-Seite die Pressemitteilung der IGMG zu dem Anschlag mit folgenden Worten teilte: „Wer Menschen angreift, ermordet oder in Angst versetzt, handelt nicht im Namen des Islams, sondern folgt einer menschenverachtenden Wahnideologie. Er missbraucht Religion, um Hass und Gewalt zu rechtfertigen. Dafür darf es weder religiöse noch politische Entschuldigungen geben.“ Weiterlesen
Wie Kommunikationskampagnen internationale Konflikte prägen

internationale Beziehungen und strategische Studien am Nationalen Luftfahrtinstitut in
Kyjiw und Direktor des dortigen Instituts für Weltpolitik. Foto: privat
Demokratien sind nicht mehr nur mit klassischer Desinformation konfrontiert. Zunehmend wirken subtilere Formen politischer Einflussnahme, bei denen Botschaften nicht über staatliche Propagandakanäle, sondern durch Persönlichkeiten mit hoher beruflicher Glaubwürdigkeit vermittelt werden. Ein Gastbeitrag von Jewhen Mahda, Direktor des Instituts für Weltpolitik in Kyjiw.
Die neue Form der Einflussnahme ist schwerer zu erkennen, weil sie sich der Sprache rechtsstaatlicher Prinzipien bedient. Sie beruft sich auf Menschenrechte, Religionsfreiheit oder rechtsstaatliche Garantien und bewegt sich häufig vollständig innerhalb des demokratischen Diskurses. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob eine einzelne Position legitim vertreten werden darf. Sie lautet vielmehr, wann aus legitimer Interessenvertretung ein wiederkehrendes Kommunikationsmuster entsteht, dessen praktische Wirkung regelmäßig den strategischen Interessen autoritärer Staaten zugutekommt. Weiterlesen