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Ein bisschen Patriotismus

Feiern am 3. Oktober 1990 vor dem Brandenburger Tor. Foto: bpb.de

An diesem Samstag wird wieder der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 gedacht. Aber man hat den Eindruck, es ist den meisten ziemlich egal. Warum eigentlich?

Als Jugendlicher erlebte ich zum ersten Mal in Paris den 14. Juli, den Jahrestag des Sturms auf die Bastille, mit großer Militärparade und patriotischen Reden. Später auch die Nationalfeiertage in den USA, Mexiko und auf Kuba. Auch da wird jeweils an eine Revolution erinnert als Beginn der neuen Nation. Als nachkriegsgeborenem Deutschem war mir das befremdlich. Mit Nationalem und Patriotismus haben wir es nicht so, eingedenk der Nazi-Geschichte. Dabei gibt es gute Gründe, auf die deutsche Einheit und die friedliche Revolution, die dahin führte, stolz zu sein. Weiterlesen

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Klima im Wandel – Wie wir resilienter werden

©Hereon/ Bianca Seth_KI generated

Die allsommerlichen Hitzewellen und die zunehmende Trockenheit machen uns klar: Das Klima verändert sich. Was wir nicht verinnerlicht haben: Wir müssen uns mit ihm verändern. Al Gore, ehemaliger US-amerikanischer Präsidentschaftskandidat, prägte bereits 2007 den Satz: „Die Erde hat Fieber – und das Fieber steigt.“ Wir fiebern längst mit.

Forscher weisen seit Langem darauf hin: Zur „Mitigation“, also der Begrenzung und Abmilderung des Klimawandels – vor allem durch weniger CO₂-Emissionen – muss die „Adaption“ hinzukommen: die Anpassung an jene Folgen, die schon spürbar sind. Weiterlesen

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Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen

Verschwimmende Zeit. Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Unser Zeitalter der künstlichen Intelligenz oder sogar der „Superintelligenz“ macht uns unmissverständlich klar, dass wir in einer Zeit des „Dazwischens“ leben.

Zu jedem Zeitpunkt ihrer Geschichte besteht eine Gesellschaft aus Schichtungen. Ihre Merkmale stammen aus verschiedenen Epochen und gehen auf unterschiedliche Generationen zurück. Diese Schichten lösen einander nicht ab. Sie bestehen nebeneinander, mischen sich und wirken aufeinander ein. Unterschiede zwischen ihnen schließen gemeinsame politische Ziele oder ein geteiltes Bewusstsein für soziale Probleme nicht aus.

In modernen Gesellschaften ist dieser Zustand der Normalfall. Ihnen fehlt die Eindeutigkeit, Vielfalt und Ungleichheit gehören zu ihrem Wesen. Weiterlesen

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Peter Thiel, die Freiheit und die Demokratie

Bild: Gemini nach Prompts von A.P.

Kaum ein Satz des Investors Peter Thiel hat in linken Kreisen so viel Zorn erregt wie dieser: „Ich glaube nicht mehr, dass Freiheit und Demokratie miteinander kompatibel sind.“ Der Satz stammt aus einem Aufsatz, den Thiel 2009 im Debattenjournal „Cato Unbound“ veröffentlichte.

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Was ist eigentlich Sozialismus?

„Worte“, so schrieb Vaclav Havel für seine Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am 15. Oktober 1989 in der Frankfurter Paulskirche (Er selbst durfte dort nicht anwesend sein.) …

„Worte haben auch ihre Geschichte: Es gab zum Beispiel Zeiten, in denen das Wort SOZIALISMUS für ganze Generationen Erniedrigter und Unterdrückter ein magnetisches Synonym für eine gerechtere Welt war. Ich weiß nicht, wie es sich in Ihrem Land verhält, doch in meiner Heimat ist aus demselben Wort – also aus dem Wort Sozialismus – schon längst ein ganz gewöhnlicher Gummiknüppel geworden.  Weiterlesen

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Ausweitung der Kampfzone: Russlands Krieg gegen die NATO

Russland erhöht den Druck auf Estland und die anderen baltischen Staaten. KI-Bild: Dorothee Frank/Nano Banana. Quelle: defense-network.com

Russland führt seinen Krieg weiterhin in der Ukraine. Doch seine Folgen und einige der Methoden, die mit ihm verbunden sind, reichen längst über die ukrainischen Grenzen hinaus.

GPS-Störungen über der Ostsee, russische Geheimdienstoperationen, Drohnenalarme und der Ausbau der Verteidigung im Baltikum zeigen, wie eng die Sicherheit der NATO-Ostflanke inzwischen mit dem Verlauf des Krieges gegen die Ukraine verbunden ist.

Bedeutet das, dass Russland eine zweite Front vorbereitet? Dafür gibt es bislang keine ausreichenden Belege. Für eine Ausweitung des Konfliktraums hingegen sehr wohl. Weiterlesen

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Spahn, Amthor und die Moral-Meute

Holzspäne in Flammen. Bild von Suhasrawool auf Pixabay

In Berlin schicken sich Grüne und SPD an, unter der antisemitischen Linken eine für die Stadt ruinöse Regierung zu bilden. Viel schlimmer scheint aber zu sein, dass Jens Spahn eine Sitzung des Haushaltsausschusses schwänzte, um mit seinem kleinen Sohn ein paar Tage Urlaub zu machen. Und dass Philipp Amthor konservative Anzüge trägt, ein geräumiges Büro im Kanzleramt hat und sich – horribile dictu – einen Strandkorb auf den Balkon stellte. Auf den Scheiterhaufen!

Moral kann für die persönliche Lebensgestaltung ein guter Leitfaden sein, eine ethisch fundierte Grundhaltung für die Gestaltung von Politik. Für die Beurteilung von Politikern taugt Moral wenig. Denn jeder hat von ihr eine andere Vorstellung. Der moralingetränkte Furor, der jetzt wieder einmal über die beiden jüngeren konservativen CDU-Politiker hereinbrach und Spahn auch aus seinem Ersatzamt fegte, sagt daher mehr über die Empörten aus als über deren angeblichen Verfehlungen. Weiterlesen

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Kennen Sie James Hawes: „Die kürzeste Geschichte Deutschlands“?

Das habe ich jetzt an der Universität Leipzig sechs Dozenten, auch auf Interesse eines Autors dieses Blogs hin, gefragt. Die Befragten sind alle Magister Artis der Historienwissenschaft. Drei davon promoviert, zwei pinseln gerade an ihrer Doktorarbeit. Also: Weiterlesen

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Notabene: Robert Habeck, der Nahost-Konflikt und der Personenkult

Fangen wir von hinten an. Personenkult als Teil des Konzepts ideologischer Machtausübung existiert und existierte in vielen Spielarten, in allen politischen Systemen und Religionen. Von der Königs- und Kaiserhuldigung, wie sie Heinrich Mann in „Der Untertan“ so bissig dekonstruierte, über die Wucherungen dieses Kults unter Hitler im Nationalsozialismus, unter Stalin, Mao und die Familie Kim in Nordkorea im Kommunismus, über die totalitären Regime von „Papa Doc“ in Haiti, Mobutu in Zaire und Idi Amin in Uganda, bis hin zu den fanatischen Verehrungen amerikanischer Präsidenten und zahlreichen Sektenführerfiguren.

Ironischerweise haben Marx und Engels diesen Begriff in scharfer Abgrenzung zur deutschen Sozialdemokratie und dessen Begründer Lasalle geprägt.

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Die Family–App (FApp)

Optimierung ist das Maß aller Dinge. Effizienz über alles. Jeden Zufall ausschließen, falls möglich (obschon Zufall die andere Seite der »Nothwendigkeit« ist, laut Hegel).

Das wahrnehme ich als Vater. Ist das Kind da – oder die Kinder, wie in unserem Falle (zweieinhalb und in Bälde fünf Jahre alt) –, steigt man in eine neue Welt ein, die eigentlich eine alte ist: Kinderwelt und die Eltern. Nur ist es jetzt anders herum: Elternwelt.

Und die gegenwärtigen Miteltern scheinen es kollektiv mit dem Zufallsexklusionswunsch zu übertreiben: Entweder bin ich als recht mittelalter Mann (*1973) punktuell bereits abgestumpft, oder man nenne es abgebrüht, vielleicht auch gelassen. Denn das Verhalten, was kosmologisch-metakonstant Elternliebe lautet, und das ich tagtäglich auf dem Spielplatz oder im Einzugsbereich der KITA, der Schule und auch teils in den eigenen sieben Wänden wahrnehme, scheint nicht Liebe, sondern Wahn zu sein. Weiterlesen

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Juden und Jüdinnen für die Linkspartei

Bild: Creative Commons: https://www.montecruzfoto.org/Montecruz Foto 

150 Jüdinnen und Juden haben am Tag nach der Wahl in Berlin, bei der die Linkspartei mit fast 26 Prozent der Stimmen zur stärksten politischen Kraft wurde, was eher etwas über die Zersplitterung der Wählerschaft aussagt als einen klaren Regierungsauftrag darstellt, einen Offenen Brief veröffentlicht, den ich unten anhänge.

Sie widersprechen darin der Behauptung, „Die Linke sei gefährlich für Juden, eine Koalition unter ihrer Beteiligung ein Sicherheitsrisiko für unsere Gemeinden.“ Sie rufen zur Bildung einer Regierungskoalition unter Führung von Elif Eralp, der Spitzenkandidatin der Linken, auf: „Die klar bessere Wahl für diese Stadt, auch für uns Juden, ist eine Koalition, die das sozialökonomische Programm ernst nimmt, das jetzt so dringend gebraucht wird.“ Ich halte die Argumente der Unterzeichner:innen nicht für einleuchtend.

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