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Die offene Gesellschaft und ihre islamischen Feinde

CSD-Trubel am Samstag am Potsdamer Platz. Foto: Ludwig Greven

Zufällig kam ich am Samstag im Berliner Tiergarten exakt an der Stelle vorbei, wo Stunden später ein Islamist mit einem Auto in CSD-Feiernde raste. Es hätte also auch mich treffen können. Zufall war der Terroranschlag jedoch nicht, und nicht überraschend.

Ich hatte eineinhalb intensive Tage in Berlin hinter mir, in denen es auch um Islamismus ging, als ich zum Hauptbahnhof eilte, um zurück nach Hamburg zu fahren. Wegen der Hunderttausenden, die zum jährlichen größten deutschen CSD gekommen waren, inzwischen eine Art Karneval queerer Kultur und des Kommerz, fuhren keine Bahnen und Busse. Deshalb quetschte ich mich durch die Menschenmengen und lief durch den Tiergarten, um meinen Zug zu bekommen. Weiterlesen

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Nolans Odyssee – ein Meisterwerk

Kunst darf alles: übertreiben, sich über Normen hinwegsetzen, auch auswählen, also Inhalte, Figuren, Schauplätze bei einer Literaturverfilmung weglassen. Das ist dem Regisseur Christopher Nolen nicht vorzuwerfen, darauf haben wir als Zuschauer ein Recht. Ein Film darf brutal und unerhört, nur eben niemals eins sein: langweilig! Eine Filmbesprechung von Marion Klink.

Dieses filmische Epos ist zu keinem Zeitpunkt langweilig. Nolans Odyssee greift den Kinobesucher an, bricht gewaltsam über hämmernde, rhythmische aggressive Klänge in sein Unterbewusstes ein, erinnert ihn an großes Menschentum, fesselt ihn auf seinen Sitz, lässt ihn Angst, ohnmächtige Wut, unerträgliche Verzweiflung und eben auch Hoffnung spüren. Affekte, die wir in unserem weitestgehend saturierten Dasein in dieser Intensität kaum noch erleben.

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Sei doch nicht immer so pauschal…

Tiergarten – Wikipedia

»Das Problem sind Männer« – Reichinnek, paranoide Terafeminist*in

»Der Terrorist vom Potsdamer Platz ist ein Einzeltäter« – dtsch. Medienlandschaft.

»Her mit dem Matriarchat, denn: Frau ist der genuin bessere Mensch« – paranoider Terafeminismus

»Den „Vorfall“ in Berlin jetzt nicht instrumentalisieren, nicht der AfD die Meinungshoheit darüber gestatten!« – dtsch. Medienlandschaft

»Ubiquitäre Frauenquote, jetzt!« – p. T.

»Nach wenigen Stunden versammelten sich Tausende vorm Brandenburger Tor gegen Rechts« – d. M.

»Die Rolle der Frau im Islam ist die Sache des Islam – keine Intervention, das wäre kolonial-imperialistisch« – p. T.

»Die Option auf einen Verbotsantrag gegen AfD verdichten sich« – d. M.

»Queers for Palestine – From the River to the Sea!« – p. T.

»Steinmeier appelliert an unsere Demokratie, die offene, vielfältige; Hass & Hetze haben darin keinen Platz« – d. M.

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Bundeswehr-Einsätze: Die Mühen des Ja und des Nein

Der Schriftsteller David Kermani mit Verteidigungsminister Boris Pistorius und dem Generalinspekteur bei der Vereidigung in Berlin. Screenshot ARD

„Eine sehr beeindruckende Rede“ nannte Carlo Masala, Militärexperte und Professor an der Bundeswehr-Universität München, die Ansprache von Navid Kermani bei der Vereidigung von Rekruten und Rekrutinnen am 20. Juli im Bendlerblock in Berlin. Allein dass Kermani dort sprach, ist bemerkenswert: In diesem Auftritt wird der viel beschworene Zeitenbruch konkret. Er zeigt, wie sehr sich die Gewissheiten der alten Bundesrepublik verschoben haben.

Die Teilnahme an der Bonner Hofgarten-Friedensdemonstration 1983 hatte der 15-jährige Kermani noch als einen Augenblick des Mächtig-Seins empfunden; an seinem ersten Auto klebte ein „Fuck the Army“-Aufkleber. Nun, 43 Jahre später, schreitet der Schriftsteller mit dem Verteidigungsminister und Generalinspekteur die Front der zur feierlichen Vereidigung Angetretenen ab und wendet sich an sie: „Danke, liebe Rekrutinnen und Rekruten, dass Sie sich verpflichten, die Bundesrepublik Deutschland und das Recht und die Freiheit ihrer Bürgerinnen und Bürger auch unter Einsatz Ihres Lebens zu verteidigen. Möge Gott Sie beschützen, und geben Sie acht auf sich selbst.“ Weiterlesen

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30 Jahre im Bann der Camera obscura. „Melodie der Zeit“ – eine neue Kalender-Edition von Volkmar Herre

30 Jahre im Bann der Camera obscura
„Melodie der Zeit“ – eine neue Kalender-Edition von Volkmar Herre

Wenn durch ein kleines Loch Licht in einen dunklen Raum fällt, erscheint auf einer hellen Fläche die Welt von außen als Bild: auf dem Kopf stehend, seitenverkehrt, zweidimensional und mit weichen Konturen – doch in natürlichen Farben und Schattierungen.

Leonardo da Vinci beschrieb dieses Schauspiel noch als „göttliches Mysterium“. In der Renaissance erhielt es den Namen Camera obscura – die dunkle Kammer. Aus ihr entwickelte sich später die Fotografie. Bereits früh nutzten Künstler die Lochkamera und ihre Weiterentwicklungen als Hilfsmittel beim Zeichnen und Malen. Bis heute gehört sie zu den ursprünglichsten Formen des fotografischen Sehens.

Gerade deshalb hat die Camera obscura im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Faszination verloren – im Gegenteil. Sie setzt auf Entschleunigung und Konzentration. Ihre Bilder entstehen langsam. Sie halten nicht den flüchtigen Augenblick fest, sondern machen Zeit selbst sichtbar.

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Wie geht es weiter mit dem Abraham-Geiger-Kolleg?

Noch residiert hier das Abraham-Geiger-Kolleg. Foto: Rigorius, Wikimedia Commons

Vor einer Woche wurden die Studierenden des Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam durch folgende Nachricht überrascht: „Heute beim Frühstück gab R(abbi Andreas) Nachama bekannt, dass die Universität Potsdam den Mietvertrag mit dem Kolleg gekündigt hat. Zwar nicht mit sofortiger Wirkung: Wir bleiben hier mindestens noch ein Semester, wenn nicht länger. Jedoch wird das Kolleg irgendwann in der Zukunft permanent umziehen, und zwar ins Jüdische Krankenhaus Berlin.“

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Keine Angst. Igor Levit und Danger Dan – und was das mit „Militant Democracy“ zu tun hat

„Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat“.

So fasste Erich Kästner das Versagen der Demokratie in der Weimarer Republik zusammen. Er, dessen Bücher von den Nazis verbrannt wurden, steht bestimmt nicht im Verdacht, ein Linksradikaler oder gar Gewaltbefürworter zu sein. Hätte ZDF-Intendant Norbert Himmler in Kästners Worten einen Gewaltaufruf gesehen, wäre er denn ein Zeitgenosse des Schriftstellers gewesen? Weiterlesen

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Demut vor dem Leben

Bild von Peter H auf Pixabay

Der Fall Jens Spahn lehrt auch etwas über die Grenzen des Wünschbaren. Das gilt für Leihmutterschaft genauso wie für Sterbehilfe, Gentests und andere medizin-ethische Fragen.

Es ist einer der heutigen Widersprüche: Auf der einen Seite verzeichnet Deutschland so wenige Geburten wie noch nie. Kinderkriegen ist out. Auf anderen Seite gibt es Frauen und Männer, die sich nichts sehnsüchtiger wünschen als ein Baby, das sie aber aus medizinischen Gründen oder wegen ihrer sexuellen Orientierung auf natürlichem Weg nicht bekommen können. Weshalb sie bisweilen zu höchst fragwürdigen Mitteln greifen. Weiterlesen

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Die Hufeisentheorie – mit Musik bewiesen

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Schlagzeuger meiner ehemaligen Band »Riot« hatte einst eine grandiose Idee: Er wollte dessen Schlagzeugervisitenkarte mit dem Zusatz »Langsamster Schlagzeuger der Welt« garnieren, um, wie wir Jazzer es halt gern taten und tun, slightly zu provozieren. Einstmals nutzte man tatsächlich ausschließlich jene Karten. Eine Welt ohne Websites, QR-Codes und Smartphones. Erholsame Welt. Egal.

Das mit dem Langsamseinsuperlativ, das habe ich nie vergessen. Im Zuge des Verfassens meines Buchs »Terrohr« machte ich mir dessen Idee zunutze und komplettierte diese mit dem Schnellseinsuperlativ:

Tempo halten! Weiterlesen

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Rizinus, die Krautrock-Pioniere. Die Geschichte einer Band, die es nie gab

Die vergessene deutsche Band Rizinus muss endlich gewürdigt werden. Wie? Sie haben den Namen nie gehört? Dabei waren die Musiker absolut richtungsweisend in den frühen 70er-Jahren. Woher ich das weiß und warum es von dieser Band nur Zeichnungen, aber keine Fotos gibt?

Ganz einfach: Ich habe sie selbst erfunden, etwa 1971. Da nämlich machte ich mir als 15jähriger Rockfan die Welt gerade so wie sie mir gefiel und zeichnete Plattencovers imaginierter Bands, erfand Songtitel und Bandbesetzungen und brachte diese wunderlichen Kapellen dann auf die Bühne meiner lautstarken Fantasie.

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Maike marschiert gegen rechts – ihr Deutschland ist bunt

Prideflag. Bild Sasel13 von Pixabay

In meiner Geschichte geht es um eine Migranten-Fanatikerin, die ich Maike nenne. So eine Erzählung hätte ich als Autorin selbst nicht erfinden können. Es ist eine wahre Begebenheit und bildet die tagtägliche Unterwanderung unserer Werte und Kultur ab.

Maike hat in ihrem jungen Leben bereits viel erreicht. Seit Kurzem leitet sie eine bedeutende Kultureinrichtung der Stadt. Ihr Beruf ist gleichzeitig ihre Berufung. Er bietet ihr ein starkes Netzwerk, um ihr ehrenamtliches Engagement auszubauen. Sie organisierte mehrere Veranstaltungen gegen Rassismus und Islamophobie; zudem nahm sie zweimal an Demonstrationen gegen rechts teil. Ihre Schulkameradin Katja leitet eine große Autowerkstatt, die sie von einem Onkel mütterlicherseits geerbt hat. Weiterlesen

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