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Was heißt, deutsch zu sein?

Einst revolutionäre Farben Schwarz-Rot-Gold. Foto: Deutscher Bundetag

Die AfD möchte „das Deutsche“ wieder betonen. Aber was bedeutet das? Man sollte Patriotismus nicht den Rechtsextremen überlassen. Deshalb hier einige Gedanken dazu – mit der Aufforderungen an die Leserinnen und Leser, eigene Definitionen hinzuzufügen, in den Kommentaren oder als eigenen Beitrag.

  • Wenn deutsch sein heißt, das Grundgesetz schätzen, gern.
  • Wenn deutsch sein heißt, den Rechtsstaat achten, gern.
  • Wenn deutsch sein heißt, die deutsche Sprache wesentlich zu beherrschen, gern.

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Deutsche Konservative ohne Heimat

Irgendwo muss doch ein Plätzchen für mich sein!
Foto: Flickr/

Friedrich Merz erschien vor der Bundestagswahl wie die letzte Rettung für viele Konservative in Deutschland. Er stand für die CDU in der Zeit vor Angela Merkel. Wertegetrieben, klassisch männlich mit Krawatte und inhaltlich ganz klar: Zuerst kommt die Wirtschaft, dann das Vergnügen.

Von all dem ist nichts übrig geblieben. Die Merz-CDU hat die Hoffnungen der Konservativen pulverisiert. Die AfD mag man auch nicht. Wohin also? Die Konservativen in Deutschland haben keine politische Heimat mehr.

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Wer immer Klimawandel schreit, ist Teil des Problems, nicht der Lösung

Inzwischen wird gerne jede Naturkatastrophe und jedes Ereignis, sei es die Waldbrände in Südeuropa, wo sich dann herausstellte, dass es doch eher die Mafia war, oder nun das Unglück in Nepal mit dem Klimawandel als Hauptursache begründet. Der Klimawandel ist real, politisch relevant und erfordert staatliches Handeln. Problematisch wird es dort, wo aus einer wichtigen politischen Frage die Erklärung für nahezu jedes Phänomen wird.

Spätestens seitdem „Fridays for Future“ sich als Posterschild und politische Wiedergeburt eines ökologisch-esoterischen deutschen Milieus entwickelt hat, ist man wieder ökologisch wach, aber fliegt weiter in den Urlaub oder zur nächsten Klimakonferenz nach Bali. Ein eigener Widerspruch zum persönlichen Handeln wird nicht gesehen. Jedoch ruft man weiter nach Klimaschutz und danach, dass der Klimawandel immer noch das wichtigste Problem ist. Weiterlesen

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Volker Beck sollte Beauftragter der Bundesregierung für den Kampf gegen den Antisemitismus werden

Foto: Alan Posener

Dass ausgerechnet jetzt das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen den Antisemitismus unbesetzt bleibt, spricht Bände über die Prioritäten von Innenminister Alexander Dobrindt.

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Kirchen des Wandels

Die Kunstbiennale Manifesta 16 füllt profanierte Gotteshäuser im Pott mit neuem Leben, Soundscapes und radikalen Installationen. Eine Spurensuche zwischen verblasstem Glanz und der Chance auf ein neues gesellschaftliches Miteinander.

Der Ückendorfer Hof hat schon lange zu. Müde erinnert seine Fassade an den Ehrgeiz vergangener Zeiten. Der Stuck zitiert Ornamente der Gotik. Doch ist der Stuck vor Staub dunkelgrau, die heruntergelassene Rolljalousie zur Eingangstür demoliert. Das Schicksal der Gelsenkirchener Kultgaststätte war geknüpft an die Arbeit in den Zechen, an die „Kathedralen der Arbeit“, wie der Kunsthistoriker Karl Scheffler die Monumentalbauten der Schwerindustrie nannte. Mit dem Ende des Bergbaus ging auch im Ückendorfer Hof das Licht aus. Das Gebäude verfällt.

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Wo das Gras grüner scheint: Warum Bürger die Wirtschaftsleistung von Populisten überschätzen

Bild von GoranH auf Pixabay

Sind die wirtschaftspolitische Ziele populistischer Parteien unangreifbar? Ein Forscherteam um den Nobelpreisträger und renommierten MIT-Ökonomen Daron Acemoglu hat in einem jetzt erschienenen Arbeitspapier des National Bureau of Economic Research (NBER) eine These unterfüttert, die vielen Menschen nicht gefallen wird. Von Gastautor Nico Stehr.

Ein wesentlicher Grund für die weltweit schwindende Zustimmung zur Demokratie liegt demnach nicht allein in der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsschwäche demokratischer Systeme, sondern in einer systematischen Fehleinschätzung der Alternativen. Laut den Autoren überschätzen viele Bürger, wie gut populistische oder autoritäre Regime wirtschaftlich abschneiden würden. Diese optimistische Verzerrung nährt wiederum ihre politischen Präferenzen. Weiterlesen

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Heul doch. Dolly Partons „Coat of Many Colors“

Bild: Gemini, nach Prompts von Dolly Parton

Es gibt Songs, da weiß ich, dass sie kitschig sind, aber heulen muss ich doch jedes Mal, wenn ich sie höre. „Green, Green Grass of Home“ von Tom Jones etwa, oder „Halleluja“ von Leonard Cohen. In dieses Genre, sentimental, aber irgendwie doch gut, passen viele Songs von Dolly Parton, zum Beispiel „Eagle When She Flies“, „Deportees“, or „If You Hadn’t Been There“, und es ist natürlich auch diese Stimme, die zwischen schluchzen und jauchzen changiert, zwischen flüstern und verkünden, die immer total kontrolliert ist und dennoch zuweilen den Eindruck vermittelt, als würde sie selbst vom Text überwältigt, die selbst kitschige Songs in etwas verwandeln kann, das den Kitsch mit offenen Armen annimmt und damit transzendiert.

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Gewalt und Frauenhass in Österreich

 

Quo vadis Gesellschaft? Foto: Gener Block

Neue Enthüllungen der österreichischen Zeitung „Standard“ legen Gewaltfantasien bei Identitären und ihrer „Aktion 451“ offen. Jungfunktionäre der FPÖ sind mittendrin.

Zitate aus dem „Standard“: Der identitäre Ideologe ist in Rage. Am liebsten würde er den Fotografen, der sein Eintreffen bei einem Vortragsabend der identitären Tarnorganisation „Aktion 451“ dokumentiert hat, mit einem Samuraischwert angreifen, tönt er vor einer Gruppe von Kameraden – um mit dessen Eingeweiden „Refugees Welcome“ und „Nie wieder“ zu schreiben. „Nie wieder“ war ein Mahnruf befreiter Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald. Weiterlesen

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Aus dem Wörterbuch des Alltagsmenschen – »Rechte«

KI-generiert

»Farben und Klänge gibt es in der Natur, Worte nicht« (Benn). Dazu hier nun in unregelmäßigen Abständen unalphabetisch Gedanken zu einigen deutschen Begriffen und Wörtern. Gelegentlich werden auch Sprichwörter unter die Lupe genommen. Streng unwissenschaftlich, um »auf ernsthafte Weise unernst zu sein« (Mohler).

Starten möchte ich mit dem herrlichen Reizwort/Reizbegriff: »Rechte«

Einstmals im Geschichtsunterricht frug ich mich und meinen Lehrer, wie amüsant es doch sei, wäre zur Französischen Revolution die Parlamentsdichotomie vertauscht gewesen, demnach die Rechten die Progressiven und die Linken die Restaurativen.

Oder dachten Sie, werter Leser (sorry, ich gender nicht, es sind immer alle gemeint), an die Rechte, die Ihnen unveräußerlich zustehen? Soll mir recht sein. Bleiben wir sonach kurz bei der Rechtswissenschaft. Zu den anderen Rechten später. Weiterlesen

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„Frei, endlich frei“

Massenflucht von DDR-Bürgern bei Sopron. Foto: Haus der Geschichte

Am 19. August 1989 war als ich als Reporter dabei, als beim paneuropäischen Grenzpicknick im ungarischen Sopron Hunderte DDR-Bürger in den Westen flohen. Millionen wollten damals die Freiheit. Heute sehnen sich viele im Osten nach einer autoritären Ordnung zurück. Eine persönliche Erinnerung.

Im Frühjahr 1989 wechselte ich als Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters von Hamburg in die Bundeshauptstadt Bonn. Meine Tochter war erst ein paar Monate alt, ich dachte, ich könnte mich den Sommer über, wenn der Politikbetrieb üblicherweise ruht, in Ruhe in der neuen, alten rheinischen Heimat einrichten und auf die neue Aufgabe vorbereiten. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: DDR-Bürger besetzten die westdeutschen Botschaften in Prag und Warschau und campierten vor der in in der ungarischen Hauptstadt, um ihre Ausreise in den Westen zu erzwingen. Ich wurde nach Budapest geschickt. Weiterlesen

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Politik ist gar nicht so wichtig

Ich möchte, dass Sie weniger Zucker zu sich nehmen und die CDU wählen! Karikatur:

Während alle mit bedeutungsvollen Mienen über die Wahlen im September nachdenken, ja sogar Angst davor haben, geht das Leben weiter. Die Kinder gehen in die Schule, die Erwachsenen zur Arbeit. Man kümmert sich darum, dass das eigene Leben funktioniert. Das ist das Beste für eine funktionierende Demokratie.

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