avatar

Das ewige Israel und wir

Davin Ben Gurion proklamiert am 14. Mai 1948 den modernen Staat Israel

Deutsche haben keinerlei Grund, mit Verachtung auf den jüdischen Staat und Juden zu schauen. Nicht nur wegen der NS-Vergangenheit. – Ein im Dezember 2023 nach dem Terrorüberfall der Hamas und dem Beginn des Gazakriegs geschriebener Text, der weiter gilt.

Was ist ein großer Unterschied zwischen Deutschland und Israel? Vor rund 3000 Jahren, als Juden in das Gebiet einwanderten, das sie Judäa und Samaria nannten und das Volk und das Königreich Israel bildeten, gab es kein Land der Deutschen. In dem Gebiet, das Cäsar Germania benannte, lebten germanische Stämme mit verschiedenen Sprachen und niedrigen Kulturen, die andere Volksstämme überfielen. Erst 1871 wurde das deutsche Kaiserreich gegründet, 1933 das Dritte Reich. Beide entfachten Weltkriege. Israel hat noch keinen Krieg von sich aus begonnen. Weiterlesen

avatar

Migranten: Der Graben gegenseitiger Unkenntnis

Diesen skeptischen Essay über die Mühen der Integration schrieb ich im September 2015, kurz nach Beginn der großen Flüchtlingswelle und Merkels schon damals verfehltem „Wir schaffen das“. Geändert hat sich seitdem wenig.

Im Deutschkurs lernen Asylbewerber, wie sie im Supermarkt einkaufen, was eine Duldung ist und wie ein Putzmann arbeitet. Sie lernen nichts über Demokratie und Pluralität, über lebendige Beziehungen und Kompromisse. Guter Unterricht funktioniert aber nur als demokratischer Unterricht. Gedanken einer Deutschlehrerin im Flüchtlingshaus. Weiterlesen

avatar

Dumm klickt gut: Lokaljournalismus am Abgrund. Eine Polemik

Bild von pexels by pixabay

Kürzlich hatte ich Post in meinem E-Mail-Fach. Die Zeitung, für die ich noch gelegentlich schreibe, teilte mir mit: „Wir möchten die Mitarbeiter belohnen, die in einem Jahr die stärksten Artikel, gemessen nach Mediatime, schreiben. Dafür loben wir Prämien aus, die wir zum Ende des Jahres vergeben… Für den ersten Platz gibt es 300 Euro, für den zweiten 200 Euro, für den dritten 100…“ Ich traute meinen Augen nicht. Stand das da wirklich? Weiterlesen

avatar

Vom Tanz auf dem Vulkan: Warum uns die Negativität lähmt

Die Tech-Giganten, aber auch klassische Medien fangen Menschen in einer ewigen Schleife von schlechten Nachrichten, Angst und Schrecken. Das hat gravierende gesellschaftliche Folgen. Nötig wären mehr Realismus, mehr Gestaltungswille, mehr Optimismus. 

Als freiberuflicher Komponist und Pianist hatte ich es nicht immer leicht. Das Gefühl von Wut auf Bürokratie, Politik und Gesellschaft ist mir keineswegs fremd. Man wollte alles geben, rannte sich die Hacken ab – und wurde bürokratisch ausgebremst, zum Beispiel mit absurden Eiertänzen um das Thema „Scheinselbstständigkeit“.

Weiterlesen

avatar

MLPD-Verbot – jetzt!

Ein paar flüchtige (oder geflüchtete) Gedanken zu den Möglichkeiten und Resultaten des Demokratischen. Angefangen mit dem Status quo des Vaterlands (darf man das noch denken,  sagen? Nebenbei: Volksparteien – ein Widerspruch in sich: Volk? Ist der Begriff nicht Anathema?):

Post Einheit 1990–2026: Der Osten ist blau. Der Westen schwarzrotgrün. Demokratisch ermittelbar.

1949 war der Westen, frei gewählt und von den Westalliierten verordnet, vornehmlich changierend schwarzrot plus gelbem Topping und braunen Restbeständen. Der Osten tiefrot, unfrei verordnet, aber deutschdemokratrepublikanisch vermarktet. Ebenfalls mit braunem verdeckten Unterton.

Weimar: das schillernde Farbenspiel endete mit oder in einem krrrräftigen Brrraun. Frei gewählt. Weiterlesen

avatar

Sarajevo und seine Juden

Isak Samokovlija (1889-1955), jüdischer Arzt der Armen und Schriftsteller

Ein literarischer Nachruf auf die vernichtete Welt der sephardischen Juden in Bosnien, wo heute der Antisemitismus wieder wie überall grassiert.

Mit tiefer Empörung blicke ich auf diejenigen, die heute in der bosnischen Hauptstadt den Monstergeist des Holocausts erneut kursieren lassen. Sephardische Juden ließen sich nach ihrer Vertreibung aus Spanien, an der Wende zum 16. Jahrhundert, auf dem Balkan nieder, als und weil dort damals in weiten Teilen die Osmanen regierten. Der Sultan erlaubte ihnen eine Niederlassung, weil die spanischen Juden für ihre Handfertigkeit und Bildung bekannt waren. Weiterlesen

avatar

„Die Westbank gehört den Juden…

…aber sie wollen sie nicht. Deshalb haben sie sie nicht verdient“, sagt der israelisch-amerikanische Autor Tuvia Tenenbom. Er hat acht Monate bei jüdischen Siedlern im Biblischen Israel gelebt, wie er das Gebiet nennt, und darüber ein Buch geschrieben. Ein Gespräch über den ewigen Konflikt mit den Arabern, Zionismus und falsche Friedensfreunde.

Sie sind in einer ultraorthodoxen, antizionistischen Gemeinschaft in Jerusalem aufgewachsen. Mit 17 hat die Sie ausgeschlossen, Sie dienten in der israelischen Armee und leben jetzt in New York. Sind Sie ein Zionist?

Tuvia Tenenbom: Für mich ist Zionismus keine Ideologie. Zion ist ein Synonym für das Land Israel. Ich nenne mich nicht Zionist, weil ich nicht dort lebe. Aber wenn man mich fragt, ob Juden das Recht haben, ihr eigenes Land zu haben, ihre Heimat, wo sollte es sein? Es ist Israel. Weiterlesen

avatar

„… and that’s why we love puff-puff-puff“ – Mr. Reed erklärt Musik

Lou Reed – 1942–2013

Fern aller Politik molto presto ein Ausflug in die Musik. Ein unvollständiger, wohlgemerkt. Ich weiß, dass der ein oder die andere das Näs- oder Ohrlein rümpfen wird angesichts und angeohrs dessen – »der Kampf um Vollständigkeit ist wahrscheinlich nichts anderes als Todesangst« (Th. Mann) –, was ich freilich mit dem großen Zauberwort der Erziehungswissenschaft kompensieren kann: didaktische Reduktion.

Dazu sei ergänzt: Die Rede ist allein von westlicher Musik. Mit all den anderen Musiken kenne ich mich noch weniger aus. E viola. Weiterlesen

avatar

Ein Duftzerstäuber als Staatsfeind Nr. Eins: Siegmund und der SPIEGEL

Eigentlich weiß jeder, der im Geschichtsunterricht nicht geschlafen hat und die aktuellen politischen Debatten aufmerksam verfolgt, dass Ulrich Siegmund ein gefährlicher Mann ist. Ein Wahlsieg seiner AfD in Sachsen-Anhalt könnte einen Domino-Effekt auslösen.

Die potenziellen Wähler der Faschistenpartei würden sich ermutigt fühlen, in weiteren Bundesländern würde sie noch mehr Zulauf bekommen und so Schritt für Schritt der Demokratie den Todesstoß versetzen. Um das zu wissen, braucht es den SPIEGEL nicht. Vor allem braucht es kein Titelbild, das den beliebtesten Menschen-Ver-Führer der AfD prominent zeigt. Weiterlesen

avatar

Kinder als Opfer gegen die Juden

Die Kleinen werden schon im Kindergarten zu Terrorkriegern erzogen
Tut es Dir nicht leid um die palästinensischen Kinder? Doch, genauso wie denjenigen, die mich das fragen. Aber ich bedauere alle dort geborenen Kinder. Schon seit über 50 Jahren. Es wäre längst an der Zeit, dass auch ihre Eltern anfangen, Mitleid mit ihnen zu haben.
In den Tagen meiner Jugend, in den Siebziger Jahren, lebte ich in Pale, einem kleineren, aber nicht so rückständigen Ort in der Nähe von Sarajevo. In unsere Nachbarschaft zog eine ungewöhnliche Familie: ein junger Arzt, Palästinenser, der sein Medizinstudium in Sarajevo abgeschlossen und eine Stelle im örtlichen Gesundheitszentrum bekommen hatte, seine bosnische Frau und ihre drei kleinen Kinderr. Sie erregten viel Aufmerksamkeit, nicht nur wegen dieser Mischung, sondern weil er ein sehr düsterer Typ war, der nie lächelte oder grüßte.

Weiterlesen

avatar

Niemand hat die Absicht…

13.08.1961: Jeder auch nur Halbgebildete weiß, was damals geschah. Bei aller geschichtsphilosophischen Notwendigkeit, dass in der Politik gelogen werden muss, existieren immer wieder beeindruckende Hochlichter. Ein sehr Exklusives war das von Walter Ulbricht.

Das Nachspiel dieser Extremstlüge ist hinlänglich bekannt: Mauertote. Ebenfalls als historische Konstante sind’s stets die nützlichen Idioten, die am Ende der Befehlskette stehen, in diesem Falle die Grenzschützer, die auf DDR-Ausreißer zu schießen hatten. Das erste Glied war die SED, deren Nachfolgepartei sich gerade anschickt, mit der CDU kooperieren zu „müssen“, um Schlimmstes zu verhindern. Weiterlesen

Scroll To Top