avatar

Die Pressefreiheit wird mit Fäusten und Worten attackiert

Im Visier von Linken: Aus einem Bericht von Apollo News über die Demonstrationen gegen den AfD-Parteitag

Wer wie linke Demonstranten in Erfurt Journalisten tätlich angreift, greift die Pressefreiheit an. Wer das Vertrauen in seriöse Medien untergräbt, nimmt der Pressefreiheit die Grundlage – so wie die AfD, indem sie alle klassischen Medien pauschal als „Lügenpresse“ diffamiert.

Beim Angriff auf Mitarbeiter von Apollo News, die Demonstranten gegen den AfD-Parteitag filmen und interviewen wollten, handelt es sich nicht nurum Körperverletzung, sondern um einen Angriff auf die Pressefreiheit. Diese Angriffe sind ohne Wenn und Aber zu verurteilen. Wer Journalistinnen und Journalisten körperlich attackiert, weil sie filmen, fragen oder berichten wollen, greift nicht nur einzelne Personen an. Er greift unser aller Recht an, sich ein eigenes Bild zu machen. Weiterlesen

avatar

Was haben Greta Thunberg und die Pink Panthers Berlin mit der Hamas zu tun?

Bild: Gemini-KI, nach Prompts von A.P.

In meinem letzten Beitrag untersuchte ich das psychologisch-politische Phänomen der Verdrängung und Übertragung anhand der Verdrängung der ethnischen Säuberung der deutschen Ostgebiete und der Übertragung der Wut und Trauer auf den jüdischen Staat, der angeblich die Araber aus dem früheren britischen Mandatsgebiet Palästina verdrängen wolle.

Weiterlesen

avatar

Marilyn auf der Couch

Ein Beitrag zum 100. Geburtstag einer Diva

Buchcover Haarkötter Marilyn

Als eine ungeheure Vertiefung unserer Wahrnehmung erschien Walter Benjamin der Film. Vergleichbar nur mit der Bedeutung von Freuds Klassiker Psychopathologie des Alltagslebens mit seiner bahnbrechenden Interpretation scheinbar nebensächlicher Fehlleistungen und Ticks. Mit seinen Techniken wie etwa Zeitlupe, Zeitraffer sowie mikroskopischen close ups rücke der Film das „Optisch-Unbewusste“ erstmalig ins Licht des Bewusstseins.

Weiterlesen

avatar

Was waren, was taten „die mächtigen Vertriebenenverbände“?

Eine Erwiderung auf Alan Posener

Wie wird man mächtig in der Demokratie? Durch markige Sprüche und und öffentlich aufgeführte schlesische Volkstänze?

Mitnichten. Macht erlangt „man“ in der Demokratie durch das Aufstellen einer Interessenvertretung und deren Einzug in die Parlamente. Der 1950 in Schleswig-Holstein gegründete Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) zog noch im selben Jahr mit 23,4 % der Wählerstimmen in den dortigen Landtag ein. Das war noch wenig, angesichts der Tatsache, dass in jenem Jahr jeder zweite Einwohner Schleswig-Holsteins ein Vertriebener war.

Und wo in späteren Jahren der Flensburger Klempnermeister Röhrich seinen Gesellen „Eckat“ losschickt, ob bereits „die Russen im Keller“ seien (Bild oben). Weiterlesen

avatar

Was Palästina mit Pommern, Gaza mit Danzig zu tun haben

Plakat der Vertriebenenverbände. Urheber: CDU. Quelle: Wikimedia Commons

Als ich 1962 nach Deutschland kam, entdeckte ich, dass die Deutschen, anders als ich es in meiner Heimat gelesen hatte, Opfer waren. Opfer des alliierten Bombenkriegs etwa. Von „Dresden, Hiroshima und Auschwitz“ war die Rede, wenn es um die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs ging: Zwei der Alliierten zu einem von uns.

Weiterlesen

avatar

Nazis blieben Nazis

Der Autor Harald Flint-Stoelting

Aufgewachsen als Sohn eines schwarzen US-Besatungssoldaten musste ich in der Nachkriegszeit die Überreste des 1000jährigen Reichts erleiden. Aber es gab auch Menschen, die sich dem mutig entgegen stellten. Teil 2 meiner Lebenserinnerungen. Teil 1 finden Sie hier, Teil 2 hier.

„Nun waren die frühkindlichen Erfahrungen in den frühen Nachkriegsjahren nicht meine letzten Zusammenstöße mit den Relikten der Ideologie des Tausendjährigen Reiches. Es war die Straßenbahnlinie 3 (in Bremerhaven), in die meine Pflegeeltern, Otto und Sophie Flint, den Kinderwagen hievten. Ein Fräulein, welche noch wöchentlich Tränen weinte, weil die Treffen ihres BdM-Klubs seit einigen Jahren ausfielen, dieses M…stück beugte sich zu mir hernieder, stockte, schaute Sophie, meiner lieben Pflegemutter ins Gesicht und gab dem ganzen Abteil der Linie 3 folgendes zu Protokoll:

‚Neger-Hure‘ Weiterlesen
avatar

„Wenn du mit dem schwatten Dübel naar Hus kommst, schloch ik di dood“

Harald Flint-Stölting alias William Clark an Bord eines Schiffs in Holland

Als Sohn eines schwarzen US-Besatzungssoldaten und einer deutschen Mutter machte ich nach dem Krieg schon sehr früh Erfahrungen mit den Überresten des Nationalsozialismus. Teil 2 meiner Lebenserinnerungen. Den 1. Teil finden Sie hier.

Am nächsten Morgen begannen wir unser erstes Gespräch mit einem ausgiebigem Frühstück. Meta, seine Ehefrau, rief fragend aus ihrem Reich „Was wollt ihr trinken?“, „Tee“, rief ich und sagte nach einer kurzen Pause: „William, ich hab deine erste Autobiographie, die du ‚Stolpersteine‘ nanntest, gestern abend noch gelesen habe. Ich fand sie nach längerem Suchen unter Academia.edu, William Stoelting, Stolpersteine. Was bewog dich zu dem Titel, der ja eigentlich für das Schicksal der jüdischen Opfer der Nazis und der Sinti und Roma gedacht ist?“ Weiterlesen

avatar

Von den vier Feinden des Sozialismus. Heute: der Sommer

Sozialismus ist ein Versprechen.

Das Versprechen, dass der Staat sich um Ihr Wohlergehen kümmern wird. Um Ihren gesunden Leib und Ihre gesunde Seele.

Stellen Sie sich mal vor: Sie sind ein Oberstudienrat, haben sich in der Leipziger Innenstadt eine Eigentumswohnung gekauft, direkt über dieser Straßenbahnkreuzung, und nun quietscht es da.

Die Straßenbahn quietscht sogar noch nachts um 4. Gleich um 5 gehts wieder los. Weiterlesen

avatar

Mr. Trump und eine deutsch-amerikanische Nachkriegskindheit

Harald Stölting in jungen Jahren, als er als Schiffskoch arbeitete

Harald Flint-Stölting wuchs als Sohn einer deutschen Mutter und eines GI nach dem Krieg im Schatten des Nationalsozialismus bei Pflegeeltern in Bremerhaven auf. Er arbeitete als Bäcker, Schiffskoch, Taxifahrer und als Sozialpädagoge in Berlin und London. Hier schaut er als William Clark in literarischer Form auf sein bewegtes Leben zurück. Teil 1

Ich, Hein Mück, emeritierter Professor für Neuere Deutsche Geschichte an der Geestemünder Universität sowie ehemaliger Redakteur der Nordmeerzeitung bin zuständig für die Geschichte dieser leidgeprüften Stadt Bremerhaven. Ernst Reuter sagte einstmals:

„Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, daß ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!“

Karl, dieser Rheinländer Marx, schrieb:

„Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“ Weiterlesen

avatar

Eine Brandmauer hilft nicht, wenn es im eigenen Haus brennt

Brandmauer. Foto: pixabay

Ausgerechnet eine Kommunistin zeigt im österreichischen Graz, wie man Rechtsradikale in die Schranken weisen und gewinnen kann. Mit einer Politik, die sich um die Sorgen und Nöte der Bürger kümmert statt symbolischer Abgrenzung. Warum weigern sich Linke hierzulande, von solchen Erfolgsmodellen zu lernen?

Passiert in Östereich etwas, wovon viele in der deutschen Linkspartei und ihrer Führung träumen: die Rückkehr zum real gescheiterten Sozialismus – beginnend in der Hauptstadt der Steiermark, die seit langem von der FPÖ regiert wird? Weit gefehlt. Die Grazer KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr verteidigte ihr Amt, weil sie sich den Ruf erarbeitet hat, die Probleme der Bürger zu lösen statt nur davon zu reden. Ihr Partei gewann die Gemeinderatswahl dadurch mit einem deutlichen Zugewinn vor der ÖVP. Die FPÖ landete noch hinter den Grünen. Weiterlesen

avatar

Bohemian Rhapsody – Was sagt uns der Text?

Foto von Thomas Steffan – Own work, CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons)

Wolfgang Schäfers schönes Stück über „Bohemian Rhapsody“ ließ mich aufhorchen, weil es kein Wort über den Text verliert. Das ist natürlich legitim. Der Song hat Anklänge an die italienische Oper, und bei der Oper ist es das Libretto oft, wenn nicht immer, im Verhältnis zur Musik untergeordnet, ist selten verständlich und häufig peinlich.

Weiterlesen

Scroll To Top