avatar

Juden und Jüdinnen für die Linkspartei

Bild: Creative Commons: https://www.montecruzfoto.org/Montecruz Foto 

150 Jüdinnen und Juden haben am Tag nach der Wahl in Berlin, bei der die Linkspartei mit fast 26 Prozent der Stimmen zur stärksten politischen Kraft wurde, was eher etwas über die Zersplitterung der Wählerschaft aussagt als einen klaren Regierungsauftrag darstellt, einen Offenen Brief veröffentlicht, den ich unten anhänge. Sie widersprechen darin der Behauptung, „Die Linke sei gefährlich für Juden, eine Koalition unter ihrer Beteiligung ein Sicherheitsrisiko für unsere Gemeinden.“ Sie rufen zur Bildung einer Regierungskoalition unter Führung von Elif Eralp, der Spitzenkandidatin der Linken, auf: „Die klar bessere Wahl für diese Stadt, auch für uns Juden, ist eine Koalition, die das sozialökonomische Programm ernst nimmt, das jetzt so dringend gebraucht wird.“ Ich halte die Argumente der Unterzeichner:innen nicht für einleuchtend.

Weiterlesen

avatar

Sichtbar unsichtbar – Was es heute heißt, Jude in Deutschland zu sein. Eine Erwiderung.

Die Politikerin und Publizistin Marina Weisband veröffentlichte nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin ein Statement.

(https://bsky.app/profile/afelia.bsky.social/post/3mwba6obvvk2z?fbclid=IwY2xjawUjHplleHRuA2FlbQIxMABwZG9mBWJyaWQRMEowTEhGdXk4YlRwdHZ3ZTNzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeHa-hktV9V1d3yzT4tDRS00Rmk0Jwd2DkDYcMTgEwcWfOE2KOv-AnvkvCsFU_aem_g_WrpdnJnfa9DrRveKnCC)

Frau Weisband wehrt sich als Jüdin dagegen, instrumentalisiert zu werden, um „progressive Politik“ zu verhindern. Sie zeigt auf den Vorwurf an die Partei Die Linke, sie, die Partei, sei eine Partei, in der der Antisemitismus deutlich zum ideologischen Kerngeschäft gehört. Und das ist nicht die halbe, sondern die ganze Wahrheit. Weiterlesen

avatar

Das Ende meiner politischen Boomer-Welt

Pop & Aufklärung in der Boomergeneration.
(Foto: )

Meine Boomer-Welt geht langsam unter. Es war schön. Schön mit einer starken, konservativen CDU. Mit einer tief in der Arbeiterschaft verwurzelten Sozialdemokratie, die Männer wie Willy Brandt, Helmut Schmidt oder Klaus von Dohnanyi hervorgebracht hat. Mit einer FDP, die als intelligente Stimme für Eigenverantwortung und Freiheit eingetreten ist. Mit Grünen, ohne die unsere Flüsse immer noch Kloaken wären. Lange habe ich darauf gewartet, dass es zu Ende geht mit dieser Welt. Jetzt ist es so weit. Weiterlesen

avatar

Wie Elitenversagen die Extreme stärkt

erstellt mit ChatGPT

Die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zeigen, wie sehr politische Lähmung, wirtschaftliche Unsicherheit und eine ideologisch verengte Energiepolitik die Ränder starj macht. Während sich die politische Mitte vor den notwendigen Kurskorrekturen drückt, die CDU nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag in Schwerin in einer fundamentalen Krise ist, profitieren AfD, Linkspartei und BSW von den wachsenden sozialen Spannungen.

Deutschland braucht eine europäisch gedachte Energie-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik, bevor die Energiewende nicht nur die Zeitenwende, sondern auch die Demokratie mitverschlingt. Weiterlesen

avatar

Mit Merz gegen die Extremisten

Sieger im Machtkampf: Friedrich Merz. Foto: Wikipedia, CC BY 2.0

Der Kanzler gibt die einzig mögliche Antwort auf den Wahlsieg der Retro-Linkspartei in Berlin und den Erfolg der AfD auch in Mecklenburg-Vorpommern: Er bleibt standhaft und will die Reformen durchsetzen. Mit der Schwesig-SPD wird das jedoch schwer.

Die Hauptstadt, die Stadt von Ernst Reuter, Willy Brandt und Richard von Weizsäcker in der Hand der juden- und wirtschaftsfeindlichen SED-Nachfolgepartei, 37 Jahre nach dem Fall der Mauer: eine Horrorvorstellung. Seit Sonntagabend scheint sie Realität. Die Linke hat die Wahl gewonnen, Elif Eralp kann wahrscheinlich Regierende Bürgermeisterin werden, da die Grünen und die gerupfte SPD sie unterstützen wollen. Im Vergleich dazu fällt das Wahlergebnis im Nordosten ab. Weiterlesen

avatar

Die Kultur als Geisel der Diversitätsideologie

Werbung für Diversität. Bild: Arienne Thuringer auf Pixabay

Lange Zeit hatte ich den Kontakt zu meinen Bekannten in jenen Institutionen verlorenn, in denen man die Kulturpolitik dieses Landes ideologisch kreiert und verbreitet. Ich dachte ich, es wäre sinnvoll, diese Menschen wieder anzusprechen – vielleicht brauchen sie mehr Informationen darüber, wie sich ihre Kulturpolitik an der Basis auswirkt. Ich forschte im Internet auf den Seiten von Akademien, Stiftungen, Kultureinrichtungen und Vereinen, wo meine Mitstreiter von damals angestellt oder freiberuflich engagiert waren.

Schnell konnte ich feststellen, dass sie sich gut angepasst haben – vielleicht aus Überzeugung, vielleicht, um ihre sicheren, gut bezahlten Jobs nicht zu verlieren. Als ein Beispiel nehme ich die Bundesakademie für Kulturelle Bildung, wo eine Bekannte von mir jetzt als Trainerin, Beraterin und Coach für Diversity und Antidiskriminierung fungiert. Vor einigen Jahren teilten wir noch dieselbe Meinung bezüglich der Lage von Mädchen und Frauen, sowohl in der islamischen Tradition als auch zwischen den Kulturen. Weiterlesen

avatar

Versuch einer Neuausrichtung der CDU

Nicht nur der Name Friedrich Merz fehlt in der wohl als Unterstützung für ihn gedachten Erklärung der CDU-Ministerpräsidenten, es fehlen auch die Worte Ukraine und Russland. Die Ministerpräsidenten reden von „Stabilität“, „Tatkraft“ und „Handlungsfähigkeit“. Diese Begriffe wirken in Zeiten von sich häufenden Anschlägen in europäischen Staaten und massiven russischen Drohungen gegen Deutschland und die anderen Unterstützer der Ukraine seltsam wächsern und beinahe unpolitisch.

Einige von ihnen hatten sich selbst am Spiel des Kanzlerwechsel beteiligt oder es sogar betrieben, als sei die Welt nicht im Aufruhr und Deutschland bedroht. Darum ist es gut, dass die Ministerpräsidenten zumindest das eher mühsam gewordene „Erfolgsmodell der deutschen Koalitionsdemokratie“ beschwören. Weiterlesen

avatar

Hilfe, Berlin wählt seinen Untergang!

Eine Parole, mit der man in der deutschen Hauptstadt Wahlen gewinnt.
(Foto: /Flickr)

Enteignung, Israel-Hass, Demobilisierung. Das ist die unselige Koalition, die Berlin droht.

Es klingt so putzig. Irgendwie niedlich. Rot-Rot-Grün! Farben, die zu Berlin passen, oder? Wer will schon Schwarz oder Blau sein? Lange habe ich gedacht: Ach, diese Stadt hat schon so viel überstanden – das wird sie auch noch überstehen. Halten wir es einfach mit den Amerikanern. Es ist mir doch egal, wer unter mir Bürgermeister oder Sonstwas-Senator ist. Wir gehen weiter in unsere Kita, zum Bäcker und auf ein Spaghetti-Eis ins Café. Doch diese letzte Woche vor der Wahl am Sonntag hat meine entspannte Stimmung geändert. Weiterlesen

avatar

Ein Märchenwald im Rathaus

Wie formatF in Rothenburg ob der Tauber historische Räume neu bespielt

Rothenburg ob der Tauber ist eine Stadt, die man glaubt, sehr gut zu kennen. Türme, Mauern, Fachwerk, enge Gassen. Rothenburg, das sind jede Menge wunderschöne Postkartenbilder. Und doch birgt diese Stadt immer wieder Überraschungen. Eine solche Überraschung ist formatF. Das Team um Johannes Keitel entwickelt in Rothenburg seit Jahren eigene Kulturformate – nicht unbedingt dort, wo man Kultur erwarten würde. Das kann ein Festival sein, ein Konzertabend, ein Weihnachtsmarkt – oder ein Märchenwald. Weiterlesen

avatar

Ralf Richter – ein Nachruf

»Is – der – geil!« – »Gib’ Schlüssel!« – »Hätten wa’ auch zu Fuß geh’n könn’n.«

Der aus Essen stammende, in Bochum aufgewachsene Schauspieler Ralf Richter ist  gestorben (1957–2026). Krank war er. Lunge. Herz. Lief alles nich‘ mehr rund. Die Rollen, die er spielte, waren meist keine Rollen. Er spielte sich, das Ruhrgebiet: brutal-rau, derb, gerade raus, klassisches Prolltum, unter oder über Tage, immer ’n Bier am Start, Kippe sowieso – aber ehrlich. Imma ällich.

Als Kind der 80er war ich »Das Boot«-Vielgucker. Auch »Die Katze« (u. a. mit Götz George). Was mit dem Film »Das Boot« vermittelt werden sollte, war mir damals nicht richtig bewusst. Egal. Ralf Richter nebst Konsorten darstellten ein Bild von Mann, das mir offenbar zusagte: hart (aber herzlich), gnadenlos, fokussiert, exzessiv, das Ziel erreichen, Zusammenhalt – echte Kumpels. Blindes Vertrauen. Und Stolz. Ein starkes Ich. Aber auch immer ein Wir. Beinahe amerikanisch. Weiterlesen

avatar

No Exit mit und ohne Merz: Die Selbstblockade der Politik

Kanzler vor dem Sturz? Friedrich Merz

Eine Ablösung des Kanzlers und CDU-Chefs würde wenig bewirken, die Krise vielmehr noch verschärfen. Dass er weiter macht, scheint jedoch auch keine Option. Das Land ruft nach Veränderung, weiß aber nicht wohin. Und das wird wohl so bleiben.

Es ist wie bei einem Abzählreim: Bleibt er? Geht er? Wird er gestürzt? Diese Fragen stellen sich seit dem politischen Erdbeben in Sachsen-Anhalt Journalisten, Parteifreunde und Gegner, genauso viele Bürger. Friedrich Merz hat jeden Rückhalt verloren. Wie er weiter regieren könnte nach erneuten demütigenden Niederlagen der CDU in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, kann man sich kaum vorstellen. Kommt es also am Sonntagabend oder Montag zum Big Bang? Weiterlesen

Scroll To Top